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Katalog
Da jeder Körper der Charakteristik 0 unendlich ist, haben alle endlichen Körper eine Primzahlcharakteristik.
Ist p eine Primzahl, dann bildet der Restklassenring Z/pZ einen Körper, der mit Fp oder GF(p) bezeichnet wird. Jeder andere Körper mit genau p Elementen ist isomorph zu diesem.
Ist q = pn eine Primzahlpotenz, dann gibt es bis auf Isomorphie genau einen Körper mit genau q Elementen. Er wird mit Fq oder GF(q) = GF(pn) bezeichnet. Man kann ihn so konstruieren: Finde ein irreduzibles Polynom f vom Grad n mit Koeffizienten in GF(p), und setze GF(q) := GF(p)[T]/(f). GF(p)[T] bezeichnet dabei den Polynomring in der Variablen T über dem Körper GF(p), und GF(q) ist sein Faktorring modulo f. Das Polynom f kann man finden, indem man das Polynom Tq-T über GF(p) faktorisiert.
Ist K irgendein endlicher Körper der Charakteristik p, dann enthält er GF(p) als Teilkörper und ist ein Vektorraum über diesem Körper. Deshalb hat K als Mächtigkeit eine Potenz von p. Es gibt also außer den genannten keine anderen endlichen Körper.
Beispiele
Charakteristik 2
Der Restklassenring der ganzen Zahlen modulo 2 ist ein als GF(2) oder F2 bezeichneter Körper mit genau 2 Elementen, die als 0 und 1 bezeichnet werden. Er heißt "Restklassenkörper modulo 2". Man darf seine Elemente nicht verwechseln mit den ganzen Zahlen 0 und 1, denn in diesem Körper gilt 1+1=0. Die Verknüpfungstabellen sehen so aus:
Addition:
| Multiplikation:
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Das Polynom f = T2+T+1 ist irreduzibel über GF(2). Der Körper GF(4) = GF(2)[T]/(f) kann daher als die Menge {0, 1, t, t+1} beschrieben werden mit Rechenregeln, die sich aus 1+1=0 und t2+t+1=0 ergeben. Zum Beispiel ist t2 = t·t = -t-1 = t+1. Es ist t3 = t(t\+1) = t2+t = 2t+1 = 1. Es ist also 1/t = t+1, denn eben haben wir t(t+1) = 1 ausgerechnet.
Man beachte, dass der Körper GF(4) nichts mit dem Restklassenring Z/4Z zu tun hat, in dem z.B. 1+1 ungleich 0 ist, und der den Nullteiler 2 enthält (2*2=0 modulo 4).
Der nächstgrößere Oberkörper von GF(2) ist GF(8), der z.B. vom Polynom T3+T+1 erzeugt wird, also GF(8)=GF(2)[T]/(T3+T+1). Seine Elemente sind {0, 1, t, t+1, t2, t2+1, t2+t, t2+t+1} mit t3 = t+1. Dieser Körper ist aber kein Oberkörper von GF(4), weil seine Mächtigkeit keine Potenz von 4 ist.
Addition:
| Multiplikation:
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Die ersten Oberkörper von GF(3) = Z/3Z können so dargestellt werden:
Der Körper GF(pm) enthält GF(pn) genau dann, wenn n ein Teiler von m ist.
Ist nämlich L=GF(pm) ein Oberkörper von K=GF(pn), dann ist L auch ein Vektorraum über K, deshalb muss pm eine Potenz von pn sein, und darum ist m ein Vielfaches von n. Ist umgekehrt n ein Teiler von m, dann gibt es ein irreduzibles Polynom f vom Grad m/n über K, und der Körper K[T]/(f) stimmt mit L überein, also ist K ein Teilkörper von L.
Die multiplikative Gruppe eines endlichen Körpers ist zyklisch (wie jede endliche multiplikative Untergruppe eines Körpers). Ist also K ein Körper mit q Elementen, dann gibt es ein Element x in K\\{0}, so dass K\\{0} = {1, x, x2, ..., xq-2}. Dieses Element x (ein so genannter Erzeuger der multiplikativen Gruppe K\\{0}) ist dabei nicht eindeutig festgelegt.
Anwendungen
Wenn wir einen Erzeuger x der multiplikativen Gruppe von K=GF(pk) festhalten, dann gibt es für jedes a ungleich 0 aus K eine eindeutig bestimmte Zahl n aus {0, 1, ... q-2} mit a = xn. Die Zahl n heißt diskreter Logarithmus von a zur Basis x. Obwohl man xn für jedes n relativ leicht berechnen kann, ist die Aufgabe, zu gegebenem a den diskreten Logarithmus n zu finden, nach dem gegenwärtigen Wissensstand für große Zahlen p und k ein extrem rechenaufwendiger Vorgang. Deshalb findet der diskrete Logarithmus Anwendung in der Kryptographie.
Endliche Körper werden auch in der Codierungstheorie benutzt: Viele Codes sind Teilräume von endlichdimensionalen Vektorräumen über endlichen Körpern.
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Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste"). Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz. |