Duvergers Gesetz
Duvergers Gesetz (Loi de Duverger, benannt nach dem französischen Soziologen Maurice Duverger) ist die Gesetzmäßigkeit, nach der ein Mehrheitswahlrecht die Bildung eines starren Mehrparteien-Systems (meist mit zwei Parteien) provoziert:
- "Die Verhältniswahl führt zu einem Vielparteiensystem mit starren, unabhängigen und stabilen Parteien außer im Falle von plötzlich aufflammenden Bewegungen" (Duverger 1959)
Die Gefahr, bei der Wahl einer Kleinpartei (oder eines entsprechenden Kandidaten) den eigenen politischen Flügel zu schwächen, führt zu einem taktischen Wahlverhalten. Der Wähler entscheidet sich lieber für einen aussichtsreicheren Kandidaten mit einem ähnlichen Wahlprogramm, um seine Stimme nicht zu verschenken.
Durch dieses Wahlverhalten werden die Chancen neuer Parteien erheblich verringert. Typischerweise behaupten sich die traditionsreichsten Volksparteien, die einerseits ein sozialdemokratisches Spektrum abdecken, andererseits ein bürgerlich-konservatives.
Dieser Effekt wurde von Duverger in mehreren Aufsätzen in den 1950er- und 1960er-Jahren formuliert und darauf hin allgemein als Duvergers Gesetz in die Fachliteratur übernommen.
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