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Conrad Paumann

Conrad Paumann (* etwa zwischen 1409 und 1415 in Nürnberg; † 1473 in München) war ein deutscher Musiker.

Sein genaues Geburtsjahr ist unbekannt wird meist aber auf 1409 oder 1410/15 datiert. Er war von Geburt an blind.

Nach Ausbildung und Tätigkeit als Organist in Nürnberg kam Paumann 1450/51 nach München an den Herzogshof. Obwohl als Hoforganist angestellt, zeigte er hier gewiss seine ganzen Fähigkeiten als vielseitiger Multiinstrumentalist (das Relief in der Frauenkirche zeigt Laute, Blockflöte, Harfe, Fidel und Portativ(-Orgel) - auch die Orgel war ja damals noch nicht das reine Kircheninstrument wie heute). In den letzten Lebensjahren war er Organist an der Frauenkirche.

Zu seiner Zeit war er wohl der berühmteste und meistgeehrte Musiker Deutschlands. Er verfasste theoretische Werke wie den Traktat Fundamentum organisandi. Die erhaltenen Kompositionen beschränken sich auf Orgelstücke und Liedsätze, überliefert im Buxheimer Orgelbuch (das in seinem Umkreis entstanden sein soll) und anderen Sammelhandschriften.

Sieht man von mittelalterlichen Handschriften ab, wird das Epitaph für Konrad Paumann als das älteste Zeugnis für Musik in München gelten dürfen. Es ist aus Rotmarmor gearbeitet und seit 1920 an einem Pfeiler der Frauenkirche unter der Orgelempore eingemauert, unmittelbar neben dem großen Monument für Kaiser Ludwig den Bayern.

"an(no) mcccclxxiii an s. pauls be
keru(n)g abent ist gstarbn und hie
begrab(e)n der kunstreichist all
instrame(n)t un d' musica maister
Cunrad pawman ritter purti
g vo(n) nurnberg un plinter ge
boren dem got genad"

Das heißt auf Neuhochdeutsch: "Anno 1473 am Abend von St. Pauls Bekehrung ist gestorben und hier begraben der kunstreichste Meister aller Instrumente und der Musik Cunrad Pawman, Ritter, gebürtig von Nürnberg und blind geboren, dem Gott gnädig sei."

siehe auch: Liste historisch-musiktheoretischer Literatur


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