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Leben
Nachdem Liscow von seinem Vater, Pastor Joachim Friedrich Liscow, unterrichtet wurde, geht er 1718, mit siebzehn Jahren, auf das Gymnasium in Lübeck. Kurze Zeit später immatrikuliert er sich an der Universität Rostock, vermutlich um Theologie zu studieren. Einige Zeit später wechselt er nach Jena und zu Jura. Ein weiterer Wechsel an die Universität Halle ist noch nicht belegbar, gilt aber als wahrscheinlich.
Sein literarisches Debut gibt Liscow 1726 mit einer Satire gegen den Juristen Prof. Manzel.
In den Jahren 1729 bis 1734 hat Liscow eine Anstellung als Hauslehrer in Lübeck. 1734 wird er Privatsekretär beim Geheimen Rat von Clausenhain in Hamburg. Im Herbst des darauffolgenden Jahres tritt er als Geheimer Legationssekretär in den Dienst von Herzog Carl Leopold von Mecklenburg. Der Herzog war um eine Anerkennung durch die europäischen Großmächte bemüht, welche ihm der Wiener Kongreß entzogen hatte. Von Wismar aus, dem Ort Carl Leopolds Exilregierung reist Liscow im April 1736 nach Paris, um als Unterhändler Frankreich für Herzog Carl Leopold zu interessieren. Da Liscow mit diesem Auftrag scheiterte, überließ der Herzog seinen Diplomaten dem Schicksal.
Liscow kommt nur durch die Hilfe von Freunden über Rotterdam nach Hamburg. Dort wohnt er einige Zeit bei Friedrich von Hagedorn und bekommt dann 1738/39 eine Stelle als Privatsekretär beim Propst des Klosters Preetz in Holstein. 1740 wirbt ihn der preussische Gesandte Graf von Danckelmann als Privatsekretär nach Frankfurt a.M. ab.
Ab Juli 1741 wird Liscow Privatsekretär beim sächsischen Minister Graf von Brühl. Dieser befördert ihn zum Königl. Kabinettssekretär und bestellt ihn 1745 zum Kriegsrat. In diesem Jahr heiratet Liscow die Witwe Johanna Buch, geb. Mylius. Mit ihr hat er zwei Töchter und drei Söhne.
Ende 1749 wird Liscow der Verschwörung gegen den Premierminister bezichtigt, seiner Ämter enthoben und im April 1750 aus Dresden ausgewiesen.
Seinen Lebensabend verbringt Liscow auf dem Landgut seiner Ehefrau und stirbt dort in Berg bei Eilenburg am 30. Oktober 1760.
Liscows umfangreiches literarisches Werk scheint von seinen Nachlassverwaltern und/oder Erben vernichtet worden sein. Trotzdem ist der Einfluß Liscows auf die Nachwelt unübersehbar. Jean Paul, Gotthold Ephraim Lessing und Georg Christoph Lichtenberg bauen auf ihn auf; aber auch Gottlieb Wilhelm Rabener oder Christian Fürchtegott Gellert kommen an Liscow nicht vorbei.
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