Chemischer Sauerstoffbedarf
Der Chemische Sauerstoffbedarf (CSB, engl. chemical oxygen demand, COD) ist ein Maß für die Summe aller im Wasser vorhandenen organischen Stoffe. Er gibt die Menge an Sauerstoff an, die zur Oxidation benötigt wird. Üblicherweise dient der Chemische Sauerstoffbedarf als Schmutzstoffparameter zur Beurteilung der Verschmutzung von Abwasser.
Zur Ermittlung des CSB wird eine Abwasserprobe mit dem starken chemischen Oxidationsmittel Kaliumdichromat (K2Cr2O7) versetzt. Dadurch werden alle im Abwasser enthaltenen organisch abbaubaren Substanzen zersetzt, viele biologisch nicht abbaubaren Stoffe, sowie einige anorganische Verbindungen.
Zusammen mit dem Biologischen Sauerstoffbedarf gibt der CSB Anhaltspunkte zur Qualität der enthaltenen Schmutzstoffe.
Bei häuslichen Abwässern liegt der CSB mit 600 mg/l in der Regel etwa doppelt so hoch wie der BSB5. Er ist ein wichtiger Parameter bei der Bemessung, Dimensionierung und der betrieblichen Kontrolle von Kläranlagen.
Der CSB kann in unterschiedliche Teilfraktionen unterschieden werden:
- Partikulärer CSB (Feststoffe) bestehend aus biologisch abbaubaren und nicht abbaubaren partikulären CSB.
- Gelöster CSB bestehend aus biologisch abbaubaren und nicht abbaubaren gelösten CSB.
Im Ablauf einer biologischen Kläranlage ist bei ordnungsgemäßer Funktion hauptsächlich gelöster, biologisch nicht abbaubarer CSB enthalten, weiters in geringem Umfang biologisch abbaubarer CSB sowie partikulärer CSB je nach Funktion des Nachklärbeckens.
mit Nitrifikation und Denitrifikation sowie Schlammfaulung
Der CSB kann dazu verwendet werden, die Stoffströme der organischen Kohlenstoffverbindungen auf Kläranlagen zu beschreiben (CSB-Bilanz). Diese ermöglicht:
- Die Abschätzung des Sauerstoffbedarfs im Belebungsbecken.
- Die Beschreibung der Verhältnisse in der Schlammstabilisierung.
- Eine Plausibilitätsprüfung vom Messwerten.
- Bemessung von Kläranlagen bei Sonderabwässern, deren Zusammensetzung nicht den Standardwerten des für kommunales Abwasser gehorchen (z.B. erhöhter Anteil biologisch nicht abbaubaren CSB).
Weiters ist die CSB-Bilanz Grundlage der Beschreibung der Reaktionskinetik des Belebtschlammverfahrens. Zudem sind Erfahrungswerte verfügbar, die eine Umrechnung des CSB im Überschusschlamm in die Trockensubstanz (TS) des Überschusschlammes ermöglichen. Dieses CSB/TS Verhältnis bewegt sich zumeist zwischen 1,4 (ausschließlich Biomasse im Überschusschlamm) und 1,0 (erheblicher Anteil anorganischer Feststoffe im Überschussschlamm).
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