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Ursprünglich war Candomblé auf die Sklaven begrenzt und durch die katholische Kirche verboten. Durch einige Regierungen wurde Candomblé sogar verfolgt. Trotzdem überlebte er über vier Jahrhunderte und breitete sich seit dem Ende der Sklaverei beträchtlich aus.
Er ist jetzt eine etablierte und weitestgehend anerkannte Religion, mit Anhängern in allen Gesellschaftsklassen und zehntausenden Tempeln. In neueren Umfragen haben 2 Million Brasilianer (1,5% der Gesamtbevölkerung) erklärt, dass ihre Religion Candomblé ist.
In der brasilianischen Kultur schließen sich Religionen nicht gegenseitig aus; viele Leute anderen Glaubens - gemäß einiger afro-brasilianischer Kulturorganisationen bis zu 70 Millionen - nehmen regelmäßig oder gelegentlich an Candomblé-Ritualen teil. Gottheiten, Rituale und Candomblé-Feiertage sind ein wesentlicher Bestandteil der brasilianischen Folklore.
Candomblé ist von Umbanda und von Macumba zu unterscheiden. Das sind zwei andere afro-brasilianische Religionen mit ähnlichem Ursprung. Ebenso ist Candomblé etwas anderes als die ähnlichen Religionen des amerikanischen Kontinents, die ebenfalls afrikanischen Ursprungs sind, wie haitianischer Voodoo oder kubanische Santería und Obeah. Diese entwickelten sich unabhängig von Candomblé und sind in Brasilien nahezu unbekannt.
| Inhalt |
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1 Nationen 2 Glaube 3 Rituale 4 Tempel 5 |
Nationen
Brasilianische Sklaven stammen von einer Anzahl von ethnischen Gruppen ab, darunter Yoruba, Ewe-Fon und Bantu. Da sich die Religionen der einzelnen Gruppen abhängig von der geographischen Region unterschiedlich weiterentwickelten, unterscheidet man heute zwischen Sekten oder Nationen (Naçoes), die sich bezüglich der verehrten Gottheiten, der Musik und Feste sowie der religiösen, bei den Ritualen verwendeten Sprache unterscheiden.
Die folgende Liste ist eine grobe Klassifikation der Wichtigen Nationen und Unter-Nationen, ihre Regionen und ihre heiligen Sprachen:
Die Orixás haben ihre Persönlichkeiten, Fähigkeiten und rituelle Präferenzen und werden mit spezifischen natürlichen Phänomenen in Verbindung gebracht (eine Vorstellung, die mit dem Kami des japanischen Shintoismus nicht unähnlich ist). Jede Person bekommt bei ihrer Geburt einen Orixá-Paten, welcher von einem Babalorixá (einem Priester) bestimmt wird. Einige Orixás werden bei Candomblé-Ritualen von eingeweihten Personen verkörpert; bei anderen ist dies nicht üblich, sondern sie werden z.B. durch einen Baum verehrt. Einige andere Orixás, die Funfun (weiß) genannt werden und der Vorstellung nach bei der Erschaffung der Welt beteiligt waren, werden ebenfalls nicht verkörpert.
Über die Jahrhunderte hat der Candomblé viele Elemente des Christentums aufgenommen. So kann man in Candomblé-Tempeln häufig Kruzifixe finden, und Orixás werden häufig mit spezifischen katholischen Heiligen gleichgestellt.
Diese historische Entwicklung war im Teil eine Folge der Verfolgung durch Kirche, Behörden und Sklavenhalter. Um ihre Orixás, Inkices und Voduns verehren zu können, verwendeten die schwarzen Sklaven häufig einen Altar mit Bildern von katholischen Heiligen, worunter sich die Candomblé-Objekte versteckten. Diese Praxis hatte schon bei der Christianisierung Afrikas begonnen und wurde teilweise von den Missionaren selbst eingeführt, um die Konvertierung zum Christentum zu vereinfachen. Andererseits hat der Candomblé auch indianische Elemente aufgenommen, weshalb man nicht sagen kann, dass die Verfolgung der einzige Grund für die Vermischung mit anderen Religionen gewesen ist.
In den letzten Jahren ist eine "fundamentalistische" Bewegung innerhalb des Candomblé entstanden, welche die christlichen Elemente ablehnt und versucht, einen "reinen" Candomblé, der nur auf afrikanischen Elementen beruht, zu schaffen.
Es existieren zwei Typen von Casas.
Rituale
Das Candomblé-Ritual (toque) hat zwei Teile
Die Candomblé-Musik, ein wesentlicher Teil des Rituals, leitet sich von der afrikanischen Musik ab und hat einen starken Einfluß auf andere populäre (nicht-religiöse) brasilianische Musikstile.Tempel
Die Candomblé-Tempel werden Casas (Häuser), roças oder Terreiros genannt.
Gemischtgeschlechtliche Casas sind z.B.:
Um in der Hierarchie einer großen Casa aufzusteigen, wird das Erlernen von langwierigen Intiationsriten vorausgesetzt. Nach dem Tode einer Ialorixá, wird ihr Nachfolger normalerweise unter ihren Töchtern gewählt, wobei das Búzios-Spiel zur Wahl eingesetzt wird. Die Nachfolge kann jedoch sehr umstritten sein oder es ist möglich, dass keine Nachfolgerin gefunden wird. Dies führt häufig zur Spaltung oder Schließung von Casas, weswegen nur wenige Casas in Brasilien älter als 100 Jahre geworden sind.
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