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Ein Bernoulli-Prozess (auch: Bernoulli-Kette) besteht aus einer Abfolge mehrerer, unter gleich bleibenden Bedingungen durchgeführter Bernoulli-Versuche.
Ein Bernoulli-Versuch (auch: Bernoulli-Experiment) ist ein Zufallsversuch mit genau zwei möglichen Ergebnissen. Die Wahrscheinlichkeit dieser Ergebnisse wird durch die Bernoulli-Verteilung beschrieben.
Die negative Binomialverteilung wird in einem eigenen Artikel behandelt.
| Inhalt |
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1 Bernoulli-Versuch und Bernoulli-Verteilung 2 Bernoulli-Prozess und Binomial-Verteilung 3 Eigenschaften der Binomialverteilung 4 Weitere Beispiele: |
Beispiele:
Bernoulli-Versuch und Bernoulli-Verteilung
Ein Bernoulli-Versuch ist ein Zufallsversuch mit genau zwei möglichen Ergebnissen, die wir im folgenden als Erfolg und Misserfolg bezeichnen werden. Die Wahrscheinlichkeit für einen Erfolg sei p; dann ist die Wahrscheinlichkeit für einen Misserfolg q = 1 - p.
Die Bernoulli-Verteilung ist die Wahrscheinlichkeitsverteilung P(X) einer Zufallsvariable X, die bei Erfolg den Wert 1 und bei Misserfolg den Wert 0 annimmt. Die Fallunterscheidung
Bernoulli-Prozess und Binomial-Verteilung
Ein Bernoulli-Prozess ist ein zeitlich diskreter stochastischer Prozess, der aus einer endlichen oder abzählbar-unendlichen Folge Bernoulli-Versuchen besteht. Er kann durch eine Folge von Zufallsvariablen X1, X2, X3,..., beschrieben werden, deren jede mit der konstanten Wahrscheinlichkeit p den Wert X=1 (Erfolg) und mit der Wahrscheinlichkeit q=1-p den Wert X=0 (Misserfolg) annimmt.
Je nach Fragestellung interessiert man sich für eine oder mehrere der folgenden Zufallsvariablen:
Eigenschaften der Binomialverteilung
Die Binomialverteilung besitzt den Erwartungswert np und die Varianz npq.
Die Binomialverteilung besitzt die Symmetrie B(k | p,n) = B(k | q,n-k).
Diese Funktion ist spiegelsymmetrisch um den Wert k=n/2:
Die Breite der Verteilung wächst proportional zur Standardabweichung σ=(√n)/2. Der Funktionswert bei k=n/2, also das Maximum der Kurve, sinkt proportional zu σ. Dementsprechend kann man Binomialverteilungen mit unterschiedlichem n aufeinander skalieren, indem man die Abszisse k-n/2 durch σ teilt und die Ordinate mit σ multipliziert:
Das folgende Bild zeigt noch einmal reskalierte Binomialverteilungen, nun für andere Werte von n und in einer Auftragung, die besser verdeutlicht, dass sämtliche Funktionswerte mit steigendem n gegen eine gemeinsame Kurve konvergieren. Indem man die Stirling-Formel auf die Binomialkoeffizienten anwendet, findet man, dass diese Kurve (im Bild schwarz durchgezogen) eine Gaußsche Glockenkurve ist:
Symmetrische Binomialverteilung (p gleich 1/2)
Dieses Bild zeigt die Binomialverteilung für p=0.5 und verschiedene Werte von n als Funktion von k:
wie die folgende Auftragung zeigt:
Dies ist die Wahrscheinlichkeitsdichte zur Standard-Normalverteilung N(0,1). Im zentralen Grenzwertsatz wird dieser Befund dahingehend verallgemeinert, dass auch Folgen anderer diskreter Wahrscheinlichkeitsverteilungen gegen die Normalverteilung konvergieren.
Und hier die gleichen Daten in einer halblogarithmischen Auftragung, die sehr zu empfehlen ist, wenn man überprüfen möchte, ob auch seltene Ereignisse, die um mehrere Standardabweichungen vom Erwartungswert abweichen, einer Binomial- oder Normalverteilung folgen:
Allgemeiner Fall (p≠1/2)
Näherungen im Fall sehr vieler Bernoulli-Versuche
Im Grenzfall großer n konvergiert die Binomialverteilung gegen eine Normalverteilung:
Eine asymptotisch asymmetrische Binomialverteilung, deren Erwartungswert np für große n gegen eine von n unabhängige Konstante λ konvergiert, kann man durch die Poisson-Verteilung nähern:
| n | Wahrscheinlichkeit (n) in % |
| 0 | 32.768 |
| 1 | 40.96 |
| 2 | 20.48 |
| 3 | 5.12 |
| 4 | 0.64 |
| 5 | 0.032 |
| ∑ | 100 |
| Erw.Wert | 1 |
| Streuung | 0.8 |
| n | Wahrscheinlichkeit (n) in % |
| 0 | 3.457161303360777 |
| 1 | 13.828645213443108 |
| 2 | 24.89156138419759 |
| 3 | 26.55099880981076 |
| 4 | 18.585699166867535 |
| 5 | 8.921135600096417 |
| 6 | 2.973711866698805 |
| 7 | 0.6797055695311554 |
| 8 | 0.1019558354296733 |
| 9 | 0.009062740927082069 |
| 10 | 0.0003625096370832828 |
| ∑ | 100 |
| Erw.Wert | 2.8571428571428568 |
| Streuung | 2.040816326530612 |
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Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste"). Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz. |