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Billigfluggesellschaft

Der Begriff Billigfluggesellschaft (auch kurz Billigflieger und neuer Low-Cost-Carrier) wird für Fluggesellschaften genutzt, die Linienflüge zu niedrigen Preisen anbieten.

Inhalt
1 Kennzeichen
2 Entstehung
3 Probleme um die Billigfluggesellschaften
4 Billigfluggesellschaften im deutschsprachigen Raum

Kennzeichen

Kennzeichen einer typischen Billigfluggesellschaft:

  1. Die extremen Billigangebote, mit denen Werbung gemacht wird ("99 Cent"), gelten nur bei frühzeitiger Buchung und/oder nur für ein begrenztes, relativ kleines Kontingent.
  2. Es existiert nur eine Passagierklasse, es wird also auf die Unterscheidung Business-, Economy-Class verzichtet.
  3. Durch die Nutzung nur eines einzigen Flugzeugtypes werden Reparatur- und Trainingskosten reduziert.
  4. Freie Sitzplatzwahl an Bord des Flugzeuges.
  5. Direktflüge zwischen zwei Orten ohne Transfer zu Anschlussflügen.
  6. Anflug von preiswerten Sekundärflughäfen.
  7. Kurze Flüge mit kurzen Aufenthalten zwischen zwei Flügen, so dass die Standzeiten reduziert werden.
  8. Verzicht auf zusätzlichen kostenlosen Service. An Bord werden keine Mahlzeiten serviert, es können Getränke und Snacks gekauft werden (No frills-Konzept).

Entstehung

Das Modell der Billigfluggesellschaften stammt aus den
USA und wurde dort von Southwest Airlines 1971 ins Leben gerufen. In Europa gehören EasyJet und Ryanair zu den erfolgreichsten Billigfluglinien, die mit der Deregulierung im Flugverkehr ihre Passagierzahlen enorm steigern konnten. Seit Ryanair im Februar 2002 100 km von Frankfurt am Main entfernt mit (Frankfurt-Hahn) eine Basis eröffnet hat und im Herbst 2002 mit Germanwings und HLX zwei deutsche Billigfluggesellschaften vom Flughafen Köln-Bonn gestartet sind, boomen die Billigflieger auch in Deutschland.

Probleme um die Billigfluggesellschaften

Schnelle Aufgaben

Immer wieder gibt es Fälle von neuen Billigfluggesellschaften, die nur kurze Zeit flogen und nach wenigen Monaten, teilweise sogar schon nach wenigen Tagen den Betrieb einstellen müssen. In Deutschland war der bekannteste Fall der Flopp von BerlinJet, aber in Europa gibt es einige weitere andere Fälle.

Irischer Kurzzeitflieger JetGreen

So musste im Mai 2004 das irische Unternehmen JetGreen Airways nach nur einer Woche den Flugbetrieb wieder einstellen. Die 40.000 gebuchten Tickets konnten nicht zurück erstattet werden. Nach Medienberichten saßen mehr als 400 Fluggäste am 12. Mai 2004 in den spanischen Zielorten der Gesellschaft Málaga und Alicante fest. Die Gesellschaft hatte für ihre Flüge von Dublin in die spanischen Zielorte Einstiegspreise von 1 € inklusive Steuern und Gebühren verlangt. Obwohl die Gesellschaft anfangs nur mit einem Flugzeug, einer Boeing 757, operierte, waren nach Firmenangaben Verhandlungen mit weiteren Mittelmeerzielen im Gange. Nach dem Ende von JetGreen kritisierten Politiker, Reisebüros und andere Fluggesellschaft die irische Luftfahrtbehörde wegen der Lizenzvergabe.

Der Flopp BerlinJet

2002 gründeten die drei Unternehmer Oliver A. Heinz, Torsten Mache (vorher Betreiber einer Internetagentur) und Klaus Marzinamit (Ex-Lufthansapilot) die BJ Flugreisen GmbH, die unter der Bezeichnung BerlinJet preiswerte Flüge von Berlin-Schönefeld nach München, Paris, Mailand und Nizza angeboten hat. Da BerlinJet über keine eigene Fluglizenz verfügte, sollten Flugzeuge komplett mit Crew gechartet werden. Für September 2002 wurden erstmals Flüge für 9 € plus Steuern verkauft, die jedoch nie durchgeführt wurden, da es angeblich Probleme mit dem Partner Iberia gab. Am 10. Februar 2003 startete BerlinJet erstmals mit MD Airlines, musste jedoch die Flüge aus finanziellen Gründen bereits am 20. Februar 2003 wieder aufgeben. Aufgrund der anschließenden Insolvenz des Unternehmens wurden die Kosten für die bereits gebuchten, jedoch nicht stattgefundenen Flüge nicht erstattet.

Billigfluggesellschaften im deutschsprachigen Raum

Siehe auch: Charterflug, Übersicht Tourismus


Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz.