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Bilderberg-Konferenz

Gegründet im Mai 1954, Oosterbeek (Niederlande), im Hotel de Bilderberg, als jährlich stattfinde Konferenz. Auch als Bilderberg Meetings, Bilderberg Gruppe, Bilderberg Group, Groupe Bilderberg oder die Bilderberger beschrieben. Bilderberg-Konferenzen sind informelle Treffen von hochgestellten Perönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Militär, Gewerkschaften, Medien und Hochschulen aus 19 NATO - Staaten. Es existiert keine formelle Organisation, keine Mitgliedschaft, kein Gründungsvertrag und auch keine gewählte Führungsriege. Die Teilnahme an Bilderberg-Konferenzen kann nur durch eine Einladung des Vorstitzenden erfolgen.

Inhalt
1 Ursprung
2 Das Wesen der Konferenzen
3 Vorsitz
4 Teilnehmer
5 Konferenzen
6 Finanzierung
7 Kritische Stellungnahme und
8
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Ursprung

Der Name Bilderberg wurde vom ersten Tagungsort im Mai 1954, dem Hotel Bilderberg in Oosterbeek, Niederlande, übernommen. Dieses erste bahnbrechende Treffen erwuchs aus der Befürchtung, die von führenden Persönlichkeiten beiderseits des Atlantiks geteilt wurde, dass West-Europa und Nordamerika nicht so eng zusammenarbeiten, wie es die ernsten Proleme denen sich die Staaten gegenübersahen erforderten. Es entstand das Gefühl, dass regelmäßige, im Vertrauen geführte Unterredungen, ein bessres Verständnis der vielschichtig wirkenden Kräfte und anstehenden Entwicklungen denen der Westen in der schwierigen Nachkriegszeit gegenüberstand, hilfreich wären.

Das Wesen der Konferenzen

Das einzigartige an Bilderberg als Forum ist erstens der breite Querschnitt von Führungspersönlichkeiten, aus und ausserhalb der jeweiligen Regierungen, die für drei Tage zu informellen Gesprächen einberufen werden. Das Hauptaugenmerk der Diskussionen gilt der Erörterung von Themen zu aktuellen Problemen aus den Politikfeldern der Außenpolitik sowie der internationalen Wirtschaft. Zweitens, dass die Teilnehmer der Treffen trotz unterschiedlicher Meinungen und Erfahrungen der westlichen Nationen, die eindeutigen Notwendigkeit sehen, dass es zu einer Vertiefung des Verständnisses füreinander kommen muss, in der auch die jeweiligen Vorbehalte Eingang finden. Und schliesslich ist Bilderberg, wegen des privaten Charakters der Treffen einzigartig, in der die Spitzen der jeweiligen Nationen offen und frei ihre Meinung äussern können. Kurz, Bilderberg ist ein anerkanntes, anpassungsfähiges und informelles Forum von Führungspersönlichkeiten, auf welchem unterschiedliche Standpunkte vorgetragen werden können und das beiderseitige Verständnis erhöht werden kann.

Vorsitz

Die erste Konferenz wurde von Prinz Bernhard der Nierlanden einberufen, der zweiundzwanzig Jahre den Vorsitz begleitete. Seine Nachfolge trat der frühere britische Premierminister Lord Home of the Hirsel für vier Jahre an. Bei der Bilderberg-Konferenz 1980 übergab Lord Home den Vorsitz an den früheren Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Walter Scheel. Lord Roll of the Ipsden, der frühere Präsident der S.G. Warburg Group, beerbte 1985 den Vorsiz von Walter Scheel. Auf dem Treffen 1989 übergab Lord Roll den Vorsitz an Lord Peter Carrington, den früheren NATO Generalsekretär, der das Ehrenamt bis 1999 ausfüllte. Für ein Jahr übernahm Victor Halberstadt, Professor am Lehrstuhl für Ökonomie an der Universität Leiden, den Vorsitz und übergab ihn danach an Etienne Davignon, den früheren Vorstitzenden der Europäischen Kommission.

Teilnehmer

Einladungen zu Bilderberg-Konferenzen werden durch den Vorsitzenden und die beiden ehrenamtlichen Generalsekretäre ( USA/ Europa und Kanada), nach Beratungen und Empfehlungen mittels des Lenkunsausschusses, ausgesprochen. Damit soll eine vollständig informierte, ausgeglichene Diskussion über die Tagesordnungspunkte sichergestellt werden. Die Teilnehmer werden aufgrund ihrer Erfahrungen, ihres Wissens und ihres Ansehens ausgewählt. Für gewöhnlich nehmen rund 115 Personen teil, von denen zwei Drittel aus Westeuropa stammen, die übrigen aus Nordamerika. Etwa ein Drittel der geladenen Teilnehmer kommen aus den Regierungen oder aus politischen Institutionen und zwei Drittel aus dem Finanzsektor, der Industrie, den Gewerkschaften, den Hochschulen und aus den Medien.

Alle nehmen an Bilderberg als Privatpersonen und nicht aus ihrer offiziellen Position heraus teil.

Konferenzen

Die wichtigste Aufgabe von Bilderberg ist ihre jährliche grosse Konferenz. Nachdem in den 50er Jahren zwei Treffen pro Jahr abgehalten wurden, ist es heute nur mehr eine. Bei den Treffen werden keine Beschlüsse gefasst, keine Abstimmungen vorgenommen und keine politischen Stellungnahmen abgegeben. Seit 1954 wurden 53 Konferenzen abgehalten. Die Teilnehmerlisten sowie die Tagesordnungspunkte werden der Presse zur Verfügung gestellt.

Finanzierung

Die Auslagen für die Durchführung der Bilderberg-Konferenzen werden vollständig durch Spenden gedeckt; die Auslagen setzen sich zusammen aus den Kosten für das Sekretariat sowie die Druckkosten für die Protokolle der einzelnen Konferenzen.

Die Unterbringungskosten auf den jährlichen Treffen obliegen den Landesvertretern des Lenkungsausschusses des Gastgeberlandes.

Kritische Stellungnahme und Literatur

Bedeutende historische Ereignisse vor der Gründung der Bilderberg-Konferenzen

Entstehungsdaten und Organisation der Bilderberg-Konferenzen

Die transatlantische Achse - Das Unternehmen: Bilderberg

Während der Zeit des Kalten Krieges hatten sich West-Europa, die USA und Kanada zu einer Allianz mit beachtlichem Zusammenhalt entwickelt. Insbesondere ihre Aussenpolitik war gegenüber den kommunistischen Staaten, den Kolonien und den Neokolonien der Dritten Welt wohl koordiniert und hatte nie zuvor ein solches Ausmass an Kooperation in Friedenszeiten erreicht.

Unter US-amerikanischer Führung, wurden eine Reihe von internationalen ökonomischen, politischen und strategischen Institutionen geschaffen, von denen einige universalen Charakter beanspruchen: so die Vereinten Nationen (UNO), der Internationale Währungsfond (IWF), die Weltbank (IBRD), die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sowie der Nordatlantikpakt (NATO).

Aber erst geheime Verhandlungen mächtiger West-Europäer und Nordamerikaner befriedigten bis zu einem gewissen Grad das Bedürfnis das transnationale System des Westens zu koordinieren - den Rahmen hierfür bilden die sogenannten Bilderberg-Konferenzen.

Die Bezeichnung "Bilderberg" stammt vom ersten Tagungsort, als sich die Gruppe erstmals im Mai 1954 im Hotel de Bilderberg in Oosterbeek in den Niederlanden traf. Die Teilnehmer der Tagungen während der letzten 47 Jahre setzen sich aus den hochkarätigsten Persönlichkeiten West-Europas und Nordamerikas der Nachkriegszeit zusammen, "eine auf höchster Ebene tagende internationale Konferenz".

Prinz Bernhard von den Niederlanden führte bis zu seiner Verwicklung in den Lockheed Bestechungsskandal den Vorsitz. Wie alle Bilderberg Aktivitäten wurde Bernhards peinliche Verwicklung äusserst diskret gehandhabt. So dass das für den 22. bis 25. April 1976 angesetzte Treffen in Hot Springs, Virginia abgesagt wurde, um der öffentlichen Aufmerksamkeit durch seinen Vorsitz zu entgehen. Prinz Bernhard legte im August des selben Jahres sein Amt nieder. Im April 1977 wurden die Tagungen, nun unter dem Vorsitz von www.wordiq.com/definition/Alec_Douglas-Home Lord Home of the Hirsel wieder aufgenommen und unter mehrfach geändertem Vorsitz bis zum heutigen Tag fortgesetzt.

Über die Rolle die diese Bilderberg-Konferenzen haben kann man sicherlich streiten. Bestimmt handelt es sich um keine Weltregierung wie dies einige Verschwörungstheorien beschreiben, aber sicherlich handelt es sich auch nicht um einen Debattierclub zur jährlichen Fachsimpelei. Denn Vertreter der grössten multinationalen Konzerne und Banken treffen sich hier mit den bedeutensten nationalen Repräsentanten ihrer Staaten, um gemeinsam kurz- und langfristige Probleme, denen sich die (westliche) Welt gegenüber stehen sieht, zu prüfen. Bilderberg selbst ist keine Exekutive, kein ausführendes Organ. Allerdings, wenn Konsens erreicht wird unter den Teilnehmern, so stehen ihnen mächtige transnationale und nationale Instrumente zur Verfügung um ihre Interessen in angemessener Form durchsetzen zu können. Dass nicht immer ein Einvernehmen erreicht wird, hat verschiedene Ursachen, die sowohl ausserhalb der herrschenden kapitalistischen Klasse zu suchen sind, aber auch ihr imanent sind.

Bilderberg ist keinesfalls die einzige Organisation innerhalb des westlichen Systems zum gemeinsamen Management der Weltordnung. Es ist Teil eines dichten Systems transnationaler Koordination. Die Aussenpolitiken von Nationalstaaten, insbesondere von Wirtschafts- und Geldpolitik waren immer eine höchst elitäre Angelegenheit. Demokratische Einmischungen in Aussenpolitik wird innerhalb der westlichen Demokratien so weit als möglich vermieden.

Körperschaften wie der amerikanische Council on Foreign Relations, die www.dgap.org Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik, das www.riia.org/ British Royal Institute on International Affairs und ihre transnationalen Gegenstücke wie Bilderberg oder die www.trilateral.org/ Trilaterale Kommission spielen eine entscheidende Rolle im Formulierungsprozess politischer Richtungen, formen einen Establishment Konsens und testen selbst die wahrscheinliche Oppositionshaltung durch. Diese Institutionen propagieren ihre Politikergebnisse durch ihre Netzwerke bestehend aus autorisierten Kanälen und setzen die Grenzen respektierter Aussenpolitikdebatten. Wie gut oder schlecht dieser Appart der Elite funktioniert, lässt sich am besten an der Nachkriegspolitik der USA gegenüber Europa ablesen und durch eine Bewertung der Rolle Bilderbergs im Prozess hin zu einem stärker miteinander verbundenen Europa sowie der tieferen Allianz mit den USA und Kanada.

"Die Gründung Bilderbergs ist dem brillianten Hirn Dr. Joseph [Hieronim] Retingers entsprungen [...] einer aussergewöhnlichen Persönlichkeit, die durch Europa huschte und in vertrautem Verhältnis sich mit Premierministern, Gewerkschaftsführern, Industriemagnaten, Revolutionären und Intellektüllen - kurz mit allen nicht kommunistischen Führern und Möchtegernführern der freien Nationen Europas unterhielt", so der langjährige Vertraute Retingers, John Pomian.

In der Zeit des Zweiten Weltkrieges stand Retinger in engem politischem Kontakt zu General Sikorski, dem Vorsitzenden der in London angesiedelten polnischen Exilregierung und Oberbefehlshaber der polnischen Truppen. Hier arbeitete er als Verbindungsmann zu den anderen Exilregierungen und organisierte regelmässige Tagungen zwischen den Aussenministern der kontinental-europäischen Staaten. In diesen Konferenzen die zwischen Oktober 1942 und August 1944 stattfanden, wurde das Nachkriegs-Zollabkommen zwischen den Benelux-Staaten geboren, der erste Schritt hin zu einer europäischen Einigung nach dem Kriege. Seine spektakulärste Tat im Krieg war eine geheime Mission für die S.O.E (die streng geheime Special Operations Executive, Nachfolgeorganisation ist die CIA) im August 1944, als er im Alter von 56 Jahren mit dem Fallschirm westlich von Warschau über dem von den Nazis besetzen Gebiet absprang und den polnischen Partisanen mehrere Millionen US-Dollar überbrachte. Damit sicherte er der polnischen Exil-Regierung eine regierungstreue Truppe, welche die Sowjets daran hindern sollte, nach dem deutschen Rückzug in Warschau ein kommunistisches Regime einzusetzen.

Nach dem Krieg, legte Retinger während einer Konferenz im www.riia.org/ Chatham House seine Position hinsichtlich einer europäischen Einigung dar: "The end of the period during which the white man spread his activities over the whole globe saw the Continent itself undergoing a process of internal disruption."

Am Ende zweier Weltkriege, sind in Kontinental-Europa keine Grossmächte mehr zurückgeblieben, deren Bevölkerungen dennoch das wertvollste menschliche Element dieser Welt repräsentiert. Die Europäer, so Retinger, haben sowohl Hitlers Neue Ordnung als auch den Kommunismus abgelehnt; aber die dauerhafte Lösung der europäischen Schwäche sei es, sich hin zu einer föderalen Union von nachbarschaftlichen europäischen Staaten zu bewegen, in der die Staaten Teile ihrer Souveränität aufgeben.

Zu diesem Zeitpunkt war Retinger Generalsekretär der, unter der Leitung des belgischen Premierministers Paul van Zeeland stehenden, Economic League for European Cooperation (ELEC), aus der später die www.europaeische-bewegung.de/ Europäische Bewegung hervorging. Bald nach seiner Londoner Rede machte er die Bekanntschaft von W. Averell Harriman, dem amerikanischen Botschafter für England, der ihm einen USA Aufenthalt arrangierte, um sich die Unterstützung der Neuen Welt für die ELEC zu sichern. Hier machte er die Bekanntschaft von Adolf Berle Jr und John Foster Dulles, der später in besonderem Masse die Europäische Bewegung unterstützte.

Dank der Wichtigkeit der europäischen Einheitsbestrebung für die amerikanische Politik, wurden der Europäischen Bewegung beträchtliche finanzielle Zuwendungen sowohl von Seiten der US-Regierung als auch aus privaten Quellen über das www.yeoldeconsciousnessshoppe.com/art50.html American Committee for a United Europe (ACUE) und anderen Institutionen zu teil. Der Kalte Krieg erzeugte in der westlichen Welt das Gefühl "der Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit, zum Schutz ihrer moralischen und ethischen Werte, ihrer demokratischen Institutionen und sogar ihrer Unabhängigkeit gegenüber der wachsenden kommunistischen Bedrohung." Mit dem Marshall-Plan und der Gründung der NATO übernahmen die USA die Führung im sich nun verfestigenden Systemantagonismus. "Die Korea Krise (der Korea Krieg begann im Juni 1950 und wurde dazu benutzt die Europäer zu verängstigen, um so ein Wiederbewaffnungsprogramm durchsetzen zu können, welches auch eine deutsche Wiederbewaffnung umfassen sollte) zeigte wie weitsichtig die Staatsmänner in den Vereinigten Staaten und Europa waren, als sie sich zu einer engen Zusammenarbeit zwischen den beiden Seiten des Nordatlaniks entschlossen. "Politische Entscheidungen solcher Grössenordnung, werden von der Öffentlichkeit selten verstanden", kommentierte Retinger die Vorgänge in Asien.

Aber der Weg zur europäischen Einigung war steinig. Während des Jahres 1952 wuchsen die Spannungen zwischen Europa und den USA. Misstrauen gegenüber den USA machte sich breit und nationale sowie isolationistische Meinungen griffen immer stärker um sich, ähnliches wurde auch von US-amerikanischer Seite formuliert. Retinger war einer der Männer, denen klar war, dass wenn diese Tendenzen nicht im Vorfeld bereits geklärt werden würden, es beklagenswerte Konsequenzen zeitigen würde, die zu einer katastrophalen Schwächung des Westens würde führen. Retinger entschloss etwas zu unternehmen und legte sein Amt als Generalsekretär der Europäischen Bewegung nieder. "Retinger war immer der Ansicht, dass die öffentliche Meinung der Führung einflussreicher Personen folge. Er bevorzugte es, über sorgfältig ausgewählte Personen sehr öffentlichkeitswirksam zu arbeiten." Und Retinger zählte eine Menge einflussreicher Menschen zu seinen Freunden.

Er konsultierte den ehemaligen belgischen Premierminister Paul van Zeeland der zu diesem Zeitpunkt Präsident des OEEC war, sowie Paul Rykens, den damaligen Vorsitzenden der Unilever und vormaligen Berater der in London exilierten niederländischen Regierung. Beide stimmten Retingers Überlegungen zu, aber da jedes Land und jede Partei betroffen waren, stellte sich das Problem, dass jedes Vorgehen von der einen oder anderen Seite als suspekt betrachtet werden könnte, würde es als Initiative eines bedeutenden Landes oder einer grossen politischen Partei erscheinen. Die Schwierigkeit lag darin zu erörtern, wer die Führungsrolle übernehmen konnte, ohne Argwohn zu beschwören. Retinger wollte Prinz Bernhard der Niederlanden; er war politikinteressiert, unterstützte den europäischen Einigungsprozess, war allseits geschätzt und in den USA sehr populär.

Wenngleich die offizielle Stellung als Prinzgemahl seine Handlungsfreiheit einschränkte, so war er doch bereit zu helfen, wenn es ihm wichtig erschien. Rykens der mit dem Prinzen nahe stand, arrangierte ein erstes Zusammentreffen. Retingers Plan war es für die Versöhnung zwischen Amerika und Europa ,die Meinungsführer der wichtigsten europäischen Staaten zu einer Bewertung hinsichtlich der Amerikaner zu bekommen, wo diese in ihrer Einschätzung falsch lägen [...] um anschliessend auf einem völlig privaten Treffen von Spitzenkräften beider Kontinente in freiem Gespräch diese Kritikpunkte vorzutragen und den Amerikanern die Möglichkeit zu geben sich dazu zu äussern.

Die Idee war es jeweils zwei Personen aus den bedeutenderen europäischen Staaten zu finden, um so den konservativen und liberalen Blickwinkel offenzulegen. Durch Bernhards Stellung und Retingers Verbindungen waren in kurzer Zeit zehn Personen gefunden.

Worin die Vorbehalte der europäischen Staaten gegenüber den USA bestanden, wurde auf der ersten Konferenz der europäischen Kerngruppe am 25. September 1952 erörtert. Eine Zusammenfassung sollte den Amerikanern überbracht werden. Diese Aufgabe übernahm Prinz Bernhard.

Auf vertraulichem Wege gelangte das Papier in die Vereinigten Staaten wo jedoch die Präsidentschaftswahlen des Jahres 1952 in vollem Gange waren. Für die Belange Prinz Bernhards war in dieser hektischen Situation kein Raum, so dass ein erneuter Versuch für die Zeit nach den Wahlen sinnvoll erschien. Aber erneut wurde die Idee zurückgewiesen, ehe sich Bernhard an Bedell Smith wandte. Smith war zu diesem Zeitpunkt Direktor der CIA. Dieser informierte seinerseits C.D. Jackson (Special Assistant to the President) über die Angelegenheit und nun kam Bewegung in das Unternehmen "Bilderberg".

Von der Bilderberg-Gruppe zu den Bilderberg-Meetings

In Zusammenarbeit mit John S. Coleman und dem www.presidency.ucsb.edu/site/docs/pppus.php?admin=034&year=1955&id=83 Committee for a National Trade Policy, wurde ein Antwortschreiben formuliert. Weitere Personen wurden mit einbezogen, so Joseph E. Johnson (www.csis.org/ Carnegie Endowment for International Peace), Dean Rusk (Direktor der www.webaccess.net/~comminc/Rockefeller.html Rockefeller Stiftung) sowie David Rockefeller und H.J. Heinz II. Dennoch dauerte es noch bis 1954 ehe alle organisatorischen Fragen geregelt werden konnten.

Max Brauer und Rudolf Müller übernahmen die Aufgabe, für die BRepD sieben Personen für die Teilnahme an der "vertraulichen Tagung" zu benennen, bei der es "sich nicht um eine Organisation oder um eine mit der Europa-Bewegung oder irgendwelchen überstaatlichen Organisationen rivalisierende Angelegenheit", handeln sollte. Anfang Mai 1954 konnten die personellen Fragen abgeschlossen werden, so dass die letzten Wochen vor dem Treffen nochmals intensiv zur inhaltlichen Vorbereitung genutzt wurden. Am Nachmittag des 28. Mai trafen sich die Mitglieder der Gruppe im niederländischen Soestdyke Palace zu letzten abschliessenden Besprechungen.

Als die Konferenz am folgenden Morgen um 10 Uhr durch Prinz Bernhard, der den Vorsitz führte, eröffnet wurde, war die Popularität der Vereinigten Staaten in Europa an einem Tiefpunkt angelangt. Auch der persönlich hoch angesehene amerikanische Präsident Eisenhower konnte darüber nicht hinwegtäuschen. Mit ihm saß aus west-europäischer Sicht, wenngleich nicht der militanteste, so doch ein Soldat, im Weißen Haus. Dann war die US-Regierung zum ersten Mal seit 20 Jahren in den Händen der konservativen Republikaner und was das schlimmste war, Senator Joseph McCarthy tobte auf der Jagd nach Kommunisten durch die USA. Unter diesen Umständen war eine hitzige Tagung im Hotel de Bilderberg zu erwarten. Auf der Tagungsordnung des Treffens wurden die Standpunkte gegenüber "dem Kommunismus und der Sowjetunion", "den Kolonien und ihren Bevölkerungen", "den Wirtschaftspolitiken und ihren Problemen" sowie "die europäische Integration und die Europäische Verteidigungsgemeinschaft" thematisiert. In der nun 50 jährigen Geschichte der Bilderberg-Meetings waren die Themen stets geopolitischer, militärischer und ökonomischer Ausrichtung!

Es sollten für diese Themenbereiche "keine Lösungen erarbeitet" werden, sondern um zu "study the effect which these problems have on public opinion, and the ways in which it can be favourably inflünced". Denn "democratic governments can lead the opinion of their countries, but they must also follow its trends, and that is why we believe that at the present time, when every effort is being made by the western governments to maintain unity, the proper task of private individuals is to try to move public opinion in their own countries as close as possible to that of the other countries of the western alliance."

Obgleich die Themen für die Tagung vorgegeben waren, kamen die Europäer während der Konferenz immer wieder auf Senator Joseph McCarthy zu sprechen. Einige erkannten in seinem Treiben die Gefahr, dass die USA "was heading for a Fascist dictatorship", so dass sich Prince Bernhard am dritten Besprechungstag an C. D. Jackson wandte, um nun von ihm die amerikanische Sicht zu diesem Punkt zu hören. Jackson beruhigte die europäische Seite, erläuterte kurz das amerikanische Regierungssytem und verwies darauf, dass "we are certain to get this kind of supercharged, emotional freak from time to time."

"Wenn ein amerikanischer Senator einen Tobsuchtsanfall bekommt, existiert keine Parteidisziplin mehr und es gibt auch keine Möglichkeit ihn zu bremsen". Zwar gab er den Europäern recht, sich für die Angelegenheit zu interessieren, machte aber deutlich, dass McCarthy keineswegs der erste Schritt hin zu einem faschistischen Staat sei.

Abschließend äußerte Jackson: "Entweder McCarthy stirbt durch die Kugel eines Attentäters oder aber er stirbt den gewöhnlichen amerikanischen Weg, Beulen vom Körper der Politik zu entfernt, ich prophezeie, dass er zum Zeitpunkt unseres nächsten Treffens die amerikanische Szenerie verlassen haben wird". Als McCarthy kurze Zeit später vom Senat mit grosser Mehrheit eine Standesrüge - eine sehr seltene Massnahme - erhielt, spürten die Europäer sie hatten die Wahrheit über die USA gehört. Und McGhee vom amerikanischen Aussenministerium kommentiert diesen Umstand: "die wirklich schweren Missverständnisse zwischen den Europäern und den Amerikanern waren beim ersten Bilderberg verschwunden. Seither gab es nie mehr eine klare Teilung zwischen uns und den Europäern."

Von Anbeginn an wurde Bilderberg von einer kleinen Kerngruppe organisiert. Im Jahre 1956 wurde ein Lenkungsausschuss - der sogenannte 'Inner Circle' - geschaffen, welcher Prinz Bernhard bei den Vorbereitungen zu weiteren Bilderberg Konferenzen unterstützen sollte. Der Inner Circle gliedert sich in die Advisory Group und das Steering Comitee. Allerdings handelt es sich bei diesem Gremium nicht um einen gewählten Ausschuss. Die Mitglieder werden vom Vorsitzenden der Konferenz ernannt und nach Rücksprache mit diesen Mitgliedern, werden die Teilnehmer an der jeweils stattfinden Konferenz ausgewählt. Da die Mitglieder des Lenkungsausschusses ausserhalb der Bilderberg-Gruppe ihren Berufen nachzukommen haben, finden zwischen den jährlichen grossen Bilderberg-Konferenzen nur zu wichtigen Anlässen Zusammenkünfte des Inner Circle statt. Die ständige Kerngruppe besteht aus dem Vorsitzenden der Konferenz, dem ehrenamtlichen amerikanischen Generalsekretär, dem ehrenamtlichen europäischen und auch für Kanada zuständigen Generalsekretär, dem europäischen wie amerikanischen Sekretariat sowie dem ehrenamtllichen Leiter für Finanzen.

"Offensichtlich", so Retinger, müssen die Teilnehmer an den jährlich stattfindenden Bilderberg-Konferenzen "einflussreich und allgemein respektiert sein sowie über Spezialwissen oder reichlich Erfahrung" verfügen, um durch ihre "persönlichen Kontakte und ihren Einfluss in nationalen wie internationalen Kreisen den von Bilderberg gesetzten Zielen" genügen zu können. Die Teilnehmer sollten von grosser Offenheit sein, keine offensichtlich nationalen Überzeugungen vertreten und nicht mit Vorurteilen belastet sein, sowie die westlichen kulturellen und ethischen Werte teilen, um so dem Ziel, so viele Personen als möglich aus den verschiedensten Kreisen zu erreichen, entsprechen zu können. Die Organisatoren achten darauf, parteipolitisches Gleichgewicht zu halten, denn "es kann nicht schaden wenn Kontroversen auch im Rahmen [...] [dieser] Konferenz polar ausgetragen werden". Für die Zusammensetzung jedes Treffens, so Retinger, wird ein Gleichgewicht angestrebt, welches so gut als möglich die vorherrschende Meinung des jeweiligen Landes zu den vorgegebenen Themen wiederspiegelt. [...]

Etwa ein Drittel der Teilnehmer sind Politiker und Staatsmänner, ca. ein Viertel bis ein Fünftel sind Geschäftsleute, der Rest setzt sich aus Fachleuten, Intelektuellen, Gewerkschaftern, Diplomaten und Meinungsführern, wie bspw. Vertretern der Medien, zusammen.

Egon Bahr beschreibt in seiner Autobiographie Zu meiner Zeit die Zusammensetzung realistischer wenn er sagt, "wenn Tausende von Milliarden Dollar in Gewicht von Zentnern zu rechnen wären, dann würde der Fussboden einsturzgefährdet sein, auf dem sich die Herren Rockefeller, Giovanni Agnelli, Ford, Rothschild, Heinz, kleinere Millionäre wie Wolff von Amerongen, Herren der Banken, Minister, Präsidenten und sonstige Koryphäen bewegten, die etwas zu sagen haben, dank ihrer Stellung oder ihres Gehirns." Und der langjährige Sekretär Retingers, John Pomian stellt fest, "[dass] die allesentscheidende Auswahl der Teilnehmer während der ersten drei bis vier Jahre eine delikate und schwierige Aufgabe war. Dies galt vorallem hinsichtlich der Politiker. Es war nicht einfach Personen in Spitzenpositionen zur Teilnahme zu überzeugen. [...] [Aber] Retinger zeigte grosses Geschick und eine unheimliche Fähigkeit Personen auszusuchen, welche einige Jahre später Spitzenpositionen in ihren Ländern antraten. [...] Heute sind es nur wenige Schlüsselpersonen innerhalb der Regierungen auf beiden Seiten des Atlantiks, die nicht zumindest eine Konferenz besucht haben, [...] jeder Teilnehmer ist geschmeichelt eine Einladung zu erhalten."

Fritz Erler formuliert in seiner Einladung an den damaligen Vizekanzler der Bundesrepublik Österreich, Bruno Pittermann, exakt wie eine Bilderberg-Konferenz organisiert und gehandhabt wird: "Im Steering Committee war man bei seiner letzten Sitzung in Rom, an der ich teilgenommen habe, der Meinung, dass Österreich nicht nur durch den vorgeschlagenen Journalisten Portitsch vertreten sein sollte. Ich bin daher gebeten worden, Dich zu fragen, ob Du bereit wärst, an dieser Konferenz, die einen persönlichen Charakter ohne Publizität hat und also eine völlig ungezwungene und daher wertvolle Aussprache sichert, teilzunehmen. Man war übereinstimmend der Meinung, dass Deine Teilnahme wegen Deiner staatlichen und politischen Funktion für die Konferenz besonders wichtig wäre. Dennoch würdest Du dort in keiner Weise die SPÖ oder gar die Bundesrepublik Österreich binden, sondern nur Deine persönliche Meinung sagen. Es wird auch niemand später für das zitiert, was er dort gesagt hat. Dieser Brauch hat sich sehr bewährt. Bei der beschränkten Teilnehmerzahl ging man davon aus, dass Österreich einen Teilnehmer entsenden würde (die Bundesrepublik Deutschland z.B. fünf). Um nun doch einen zweiten österreichischen Teilnehmer in Deiner Person einladen zu können, ohne die Quoten für andere Länder erhöhen zu müssen, war man der Meinung, dass Du in Deiner Eigenschaft als Präsident der www.uni-muenster.de/PeaCon/s-eliten/internationale/geschichte.htm Sozialistischen Internationale eingeladen würdest. Es ist ständige Praxis der Bilderberg-Konferenz, aus dem internationalen Bereich wegen der speziellen Erfahrungen Persönlichkeiten einzuladen, die dann nicht als Angehörige eines bestimmten Landes gezählt werden."

Innerhalb der Europäischen Gemeinschaften/EU spiel(t)en Bilderberger Schlüsselrollen. So bspw. Max Kohnstamm, der heute im 1959 gegründeten Beratungsauschuss der Bilderberg-Gruppe unter "international" eingeordnet, seinen Platz in der Riege der Grauen Eminenzen eingenommen hat. Der Beratungsauschuss kommt immer dann zusammen "wenn für notwendig empfunden" und besteht heute aus acht Mitgliedern. Auch der erste Präsident der EEC, Walter Hallstein, war innerhalb von Bilderberg mit von der Partie. Und es ist nicht weiter erstaunlich, dass als der Biograph von Prinz Bernhard das ehemalige Steering Committee Mitglied, George McGhee, nach den Fähigkeiten von Bilderberg-Konferenzen fragte, er zu hören bekam: "ich glaube sie können sagen, dass die www.helmut-kohl.de/517f074909.html Römischen Verträge [1957] welche den Gemeinsamen Markt einleiteten, auf diesen Tagungen geboren wurden."

Wie die Trilaterale Kommission, der Council on Foreign Relations und andere Institutionen der Elite, versucht auch Bilderberg die Probleme denen sich die kapitalistische Welt gegenübersieht zu studieren und zu lösen - auf welche Weise auch immer. Retinger formulierte dies wie folgt: Es war nie beabsichtigt, irgendwelche befördernden Aktivitäten zu betreiben, allerdings führten einige der auf Bilderberg entwickelten Ideen zu konkreten Aktionen, von denen keine in direktem Zusammenhang mit Bilderberg stand. [...] Es kann angenommen werden, dass diejenigen die über Probleme - welche die Interessen der USA, Kanada und West-Europa betreffen - entscheiden, dass diese Verantwortlichen sich bestimmt an die vertrauliche und freundschaftliche Atmosphäre von Bilderberg erinnern und durch die Diskussionen an denen sie teilnahmen beeinflusst wurden.


Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
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