Aussterben
Beim Aussterben handelt es sich um das Verschwinden der gesamten Population einer bestimmten Art von Lebewesen (Pflanzen oder Tiere), also wenn kein lebendes Exemplar dieser Art mehr vorhanden ist, egal ob in freier Wildbahn oder menschlicher Obhut (Zoo). Täglich sterben schätzungsweise 100 Tierarten (überwiegend Insekten) aus.
Im Laufe der Erdgeschichte hat es einige extreme Fälle von Massenaussterben gegeben, so z.B. am Ende der Kreidezeit, das zum Aussterben der Dinosaurier führte. Dieses Ereignie wird oft als "K-T Grenze" bezeichnet (K steht für Kreidezeit, T für Tertiär, das darauf folgende Erdzeitalter). Auch am Ende des Perm gab es ein extremes Massenaussterben, dem 95% der Meeresorganismen zum Opfer fielen.
Im Allgemeinen sind die Grenzen der verschiedenen Abschnitte der Erdgeschichte seit dem Kambrium durch Massenaussterben größeren oder geringeren Ausmaßes gezeichnet.
Dem Darwinismus zufolge sterben Arten aus, die nicht in der Lage sind, sich in ihrer durch Mutation (Veränderung) und Selektion (Auswahl) getriebenen Evolution an ihre sich verändernde Umwelt in geeigneter Weise anzupassen ("survival of the fittest").
Beispiele für Umweltveränderungen, die für ein Aussterben von Arten verantwortlich sein können:
- Naturkatastrophen (Meteoriteneinschläge, Vulkanausbrüche)
- Klimawechsel (Änderung der Durchschnittswerte von Temperatur oder Luftfeuchtigkeit)
- Wegfall der notwendigen Nahrungsgrundlage (Nahrungspflanzen, Beutetiere)
- überproportionale Zunahme von Nahrungskonkurrenten oder Fressfeinden
- Expansion des Menschen in den Lebensraum der Art
- Ignoranz einzelner Menschen die aus der Freude am Töten die letzten Tiere einer Art erlegen (siehe: Karolinasittich, Arabische Oryxantilope)
Beispiele für ausgestorbene Arten (für weitere siehe Liste von ausgestorbenen Arten):
Um die Artenvielfalt für ein stabiles Ökosystem und die ungenutzten Potentiale vom Aussterben bedrohter Arten für die Nutzung durch den Menschen zu erhalten (beispielsweise Medikamente aus tropischen Pflanzen oder den Genen von Tieren), werden von entsprechenden Instituten Proben (Vollproben, aber auch DNA-Proben) dieser Arten eingelagert.
Ein oft ungesehenes Problem dieser Vorgehensweise ist die Tatsache, dass ein lebender Organismus auf gewisse Umweltbedingungen angewiesen ist, und dass zu diesen Bedingungen auch die Interaktion (Symbiose) mit bestimmten Mikroorganismen gehört; letztere werden bei der Einlagerung aber nicht berücksichtigt.
Europa steht, was die gegenwärtige weltweite Aussterbewelle angeht, relativ gut da. In historischer Zeit starben z.B. lediglich drei Wirbeltierarten (Unterarten nicht gerechnet) aus. Diese sind:
- Der Riesenalk (Alca impennis), eigentlich eher eine nordatlantische Art.
- Der Auerochse, der aber in Form von Hausrindern in gewisser Weise weiterlebt und durch sog. Rückzüchtung als Heckrind wieder eine Rolle im Ökosystem durch ausfüllen der ökologische Nische des Auerochsen spielen könnte.
- Der Tarpan (Equus caballus gmelini), dessen Artstatus jedoch umstritten ist, und der ebenfals durch ursprüngliche Pferderassen und Rückzüchtungsprogramme in gewisser Weise weiterlebt (Konik).
Weitere Arten, die zwar in Europa in Freiheit ausgestorben waren, sind bereits wieder durch Auswilderungsprogramme zurückgekehrt oder stehen kurz davor, z.B.:
Machmal werden aber scheinbar ausgestorbene Tiere wieder "entdeckt", wie beispielsweise Chapmans Zwergamazone, (Hapalopsittaca fuertesi), die das letzte Mal 1911 nachgewiesen werden konnte und dann in Jahre 2003 wiederentdeckt wurde oder die Mückenhaft (Bittacus hageni) (www.zeit.de/2003/39/M_9fckenhaft die Wiederentdeckung des Mückenhafts).
Siehe auch: Artensterben, ausgestorbene Art, Ausgestorbene Tierarten Europas
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