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Im 20. Jahrhundert wurde dieser aus dem Bauwesen stammende Architekturbegriff verallgemeinert und auch auf andere geplante, komplexe Strukturen und deren Konzeption (Entwurf) übertragen.
Die wesentlichen Bereiche, die heute unter architektonischen Gesichtspunkten betrachtet werden, sind natürlich die bereits erwähnte Baukunst, weiterhin Innenarchitektur, die Raumplanung mit ihren Teilgebieten Stadtplanung und Landschaftsplanung, sowie der Entwurf komplexer, technischer Systeme, insbesondere in der Informatik und Elektronik. Im weitesten Begriffsverständnis werden auch komplett abstrakte Systeme, etwa das Zusammenspiel von Staaten, einem Architekturbegriff unterworfen.
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1 Übertragung des Architekturbegriffes 2 Relevante |
Der Architekturbegriff findet dabei im wesentlichen in drei unterschiedlichen Bereichen Anwendung: Einmal als Informationsarchitektur, die im Rahmen der Wirtschaftsinformatik die Komponenten eines Informationssystems und ihre Beziehungen zueinander umfasst, desweiteren als Softwarearchitektur, die im Rahmen der Softwareentwicklung diese Beziehungen für ein Softwaresystem aufstellt, sowie schließlich der Rechnerarchitektur, die sich auf das Design von Computern bezieht. Eine der wesentlichsten Entwicklungen der Menschheit überhaupt.
Der Architekturgedanke erhielt insbesondere in der Informations- und Softwarearchitektur großen Betrieb, als durch Erich Gamma die Entwurfsmuster des Mathematikers und Architekturtheoretikers Christopher Alexander auf die Softwareerstellung getragen wurden. Hierbei wurde die große Verwandtschaft deutlich, die das Verstehen in der Informatik mit dem von Architekten oder Stadtplanern aufweist: Bestimmte Anforderungen führen zu einem zu erstellenden Funktionsumfang, der durch einzelne Komponenten realisiert werden muss.
Ein Architekturmodell von Objekten in der Informatik oder in der Baukunst schlechthin, das als Vorlage für die Entwicklung und somit als Modellmuster dient oder zum Vergleich herangezogen wird, nennt man Referenzarchitektur.
siehe auch: Baukultur
Übertragung des Architekturbegriffes
Botanik
In der Botanik wird der Architekturbegriff insbesondere zur Beschreibung der statisch wirksamen Struktur und des inneren Aufbaus der Pflanze verwendet.
So entspricht z.B. der einfache röhrenförmige Stiel vieler Pflanzen der auch im Bauwesen vorhandenen Anforderung, horizontal (Wind) und vertikal wirkenden Kräften (Lasten) gleichermassen entgegenzuwirken.
Der Aufbau des Stieles gewährleistet eine zunächst statische, bei größer werdenden Belastungen dann elastische Reaktion auf die einwirkende Kraft(z.B. sich im Wind wiegende Gräser). Hierdurch wird das pflanzliche Material, bis es letztlich durch noch stärkere Krafteinwirkung zu plastischen Verformung der Pflanze kommt, hoch effizient eingesetzt.Informatik
Insbesondere die angewandte Informatik hat den Architekturbegriff größtenteils übernommen. Dies wird dadurch befördert, dass ihr Vorgehen weniger rein konstruktiv zu sehen ist, sondern dass einerseits Anwenderanforderungen die treibende Kraft sind, andererseits durch zunehmende Modularisierung das Zusammenspiel von vielen unterschiedlichen Komponenten zu orchestrieren ist.Relevante Links
- Datenbank für Architektur
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